Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ist überzeugt: Das Beratungsprogramm „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Zusammenarbeit mit dem Handwerk wird in Niedersachsen Früchte tragen. „Ich halte diese Kampagne für überaus sinnvoll, weil sie sicherlich dazu beitragen wird, die Zahl der Haussanierungen deutlich zu erhöhen“, betonte Wulff. Heute feierte er als Schirmherr gemeinsam mit DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, dem Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsens (VHN), Michael Koch, und dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, Jans-Paul Ernsting, den Kampagnenstart in Hannover. Im Mittelpunkt des mit fünf Millionen Euro geförderten DBU-Programms steht ein erster kostenloser Energie-Check: In Niedersachsen meldeten sich bereits über 1.500 Handwerker zu Schulungen an, um als Kooperationspartner der Kampagne beim Hausbesitzer den Gewerke übergreifenden Service durchführen zu können.
Private Haushalte verbrauchen mehr Energie als die Industrie
Ziel von „Haus sanieren – profitieren“ sei es, Hausbesitzer zu motivieren, ihre Immobilien fit für die Zukunft zu machen, betonte DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde vor der Landespressekonferenz. Schließlich würden sanierte Häuser Energie sparen und die Umwelt schonen. „Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen sanierungsbedürftig. Es ist höchste Zeit, dass wir uns verstärkt um Gebäude im Bestand kümmern“, betonte Brickwedde. Schon heute verbrauche eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent ihrer Energie im Haushalt fürs Heizen – bei weiter steigenden Kosten. „Privathäuser verbrauchen sogar noch mehr Energie als die Industrie hierzulande“, so Brickwedde. Mit zusätzlichen Dämmungen, neuen Fenstern oder einer modernen Heizungsanlage ließe sich das ändern. Mit energiesparenden Maßnahmen könnten private Haushalte bundesweit jährlich bis zu 135.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Wulff: „Mit der energetischen Gebäudesanierung gelingt die Synthese von Ökonomie und Ökologie"
„Mit der energetischen Gebäudesanierung gelingt die Synthese von Ökonomie und Ökologie – Geldbeutel und Umwelt profitieren“, sagte Ministerpräsident Wulff. Der Energie-Check als Teil von „Haus sanieren – profitieren!“ stelle einen Einstieg ins Thema dar. „Danach sollte eine ausführliche Energieberatung folgen, bei der ein Maßnahmenpaket geschnürt und Kosten abgeschätzt werden“, weiß Brickwedde. Wenn es zur Finanzierung eines Bauvorhabens komme, greift die Landesregierung Hausbesitzern unter die Arme: „Niedersachsen unterstützt im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung die energetische Modernisierung mit zinslosen Baudarlehen. Zudem hat die Landesregierung das Landesprogramm ‚Energetische Wohnraumsanierung’ auf den Weg gebracht. Damit erleichtern wir die energetische Gebäudesanierung sowohl für Mietwohnungen als auch für privates Wohneigentum“, sagte Wulff. In dem Programm soll der Zins für Kredite der KfW Förderbank weiter verbilligt werden.
Handwerk kompetenter Partner - DBU rechnet bundesweit mit 20.000 Handwerkern
Das Handwerk sei ein kompetenter Partner, „zumal in keinem anderen Wirtschaftsbereich eine derart konzentrierte Kompetenz und Fachkunde in der Ökologie und Energieeffizienz anzutreffen ist“, betonte Koch. Inzwischen seien Gebäudesanierungen ein Tätigkeitsschwerpunkt niedersächsischer Bau- und Ausbaubetriebe. „Dennoch werden die Unternehmen mit Aufträgen zurzeit nicht überhäuft“, so Koch. Gerade in den vergangenen Monaten habe eine spürbare Abkühlung der Baukonjunktion im Land eingesetzt. Mit der Kampagne könnten Handwerker Aufträge erhalten, Kundenbindungen festigen und Arbeitsplätze sichern. „Und wir alle tun etwas für die Umwelt“, betonte Ernsting. Mit der direkten Ansprache der Hausbesitzer könnten Personen erreicht werden, die durch die bisherigen Kampagnen nicht erreicht wurden. Bundesweit rechne die DBU mit über 20.000 Kooperationspartnern, so Brickwedde. Ein typisches DBU-Projekt: Die weltweit größte Umweltstiftung hat mit ihrer Förderung vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Fokus.
Große Resonanz auf 40 Handwerkerschulungen seit Januar
Koch lobte die „große Resonanz“ bei den Handwerkern in der Vorbereitungsphase der neuen Kampagne: „Wir haben mit 40 Schulungen in den einzelnen Handwerkskammerbezirken seit Januar hunderte Handwerker motiviert, an der Aktion teilzunehmen“, erläuterte er. Der DBU sei es wichtig gewesen, bis zum offiziellen Auftakt möglichst flächendeckend Kooperationspartner zu finden. Besonders viele Schulungen haben Veranstalter der Handwerkskammern Osnabrück-Emsland und Oldenburg angeboten: Es meldeten sich 500, beziehungsweise 435 Firmen zu den Veranstaltungen an. Im Kammerbezirk Hannover waren es bislang 146, in Hildesheim und Aurich jeweils etwa 130 Betriebe. Die Handwerker stehen in den Startlöchern, um die kostenlosen Energie-Checks durchzuführen. Und die Zahl steigt: „In ganz Niedersachsen werden weiter Schulungen zur Kampagne angeboten“, so Koch. Interessierte Hausbesitzer finden DBU-Kooperationspartner in ihrer Nähe unter www.sanieren-profitieren.de.



