Startseite

„Die Gewerke schulden den Auftraggebern eine erfolgreiche Sanierung“ Mailen Drucken

Architekt und Partner von „Haus sanieren -profitieren“, Dirk Fanslau-Görlitz, zum Thema Bauabnahme
Dirk Fanslau-Görlitz
Sanierungsablauf frühzeitig beobachten und protokollieren: Architekt und Kampagnenpartner Dirk Fanslau-Görlitz.
[Download]

Osnabrück. Den Wohlfühlfaktor steigern, Geld sparen, die Immobilie „enkeltauglich“ machen oder der Einsatz für den Klimaschutz – viele Gründe sprechen für eine energetische Sanierung der eigenen vier Wände. Sind die mitunter aufwändigen Arbeiten erledigt, soll der Weg zur neuen „guten Stube“ möglichst schnell frei sein. Zuvor steht die Bauabnahme an - und die hat enorme rechtliche Bedeutung.

DBU: Empfehlen Sie auch Hausbesitzern, die nicht neu bauen, sondern ihre Immobilie sanieren lassen, eine Bauabnahme?
Fanslau-Görlitz: Ja, unbedingt! Denn eine Kontrolle und Dokumentation der erreichten Ergebnisse der Sanierungsmaßnahmen kann später für Fragen herangezogen werden. So früh wie möglich ist eine Abnahme der einzelnen, am Bau beteiligten Gewerke und die Erstellung eines Übergabeprotokolls zu empfehlen.

DBU: Wer führt Bauabnahmen nach einer Haussanierung durch?
Fanslau-Görlitz: Empfehlenswert ist, dass der Bauherr, ein Gutachter oder Architekt an der Baukontrolle beteiligt sind. Die Fachleute sollten ihr Spezialwissen in Technik, Recht und Kommunikation für alle transparent einbringen.

DBU: Wie muss eine solche Kontrolle im Falle einer Haussanierung durchgeführt werden?
Fanslau-Görlitz: Schon in der Planungsphase sollten vorbeugend Hinweise gegeben werden, um eventuelle Mängel zu vermeiden. Während des Baues oder der Sanierung kann eine Qualitätsüberwachung eine Grundlage für ein mängelfreies Werk sein. So können Schäden vor der Entstehung erkannt und verhindert werden. Die am Bau Beteiligten können so durch einen Sachverständigen im Sinne einer hohen Qualität organisiert werden. Außerdem sollten die Hauseigentümer darauf achten, die Sanierungen lückenlos zu dokumentieren und so einen Nachweis über die Ausführungen zu haben.

Bauabnahme
Die Abnahme der Sanierung oder des Bauobjektes sollte die Arbeiten aller beteiligten Gewerke beinhalten.
[Download]

DBU: Hauseigener müssen bei dem Check auf Vieles achten. Welche Punkte sind das und worauf sollte der Hausbesitzer bestehen?
Fanslau-Görlitz: Da gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die ein Hauseigner nicht immer im Blick hat. Ein Experte kann ihm oder ihr zur Seite stehen. Neben auffälligen Schäden sollte auch auf nicht sofort sichtbare Stolpersteine geachtet werden. So sollte etwa die modernisierte Heizung einreguliert und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Allein für diesen Vorgang sollte ein Protokoll vorliegen. Dasselbe gilt für die Installation einer Lüftungsanlage. Bei einer umfassenden Sanierung sollte idealerweise auch die Luftdichtheit des Hauses überprüft werden, indem eine so genannte Blower-Door-Messung durchgeführt wird. Mit einer Wärmebildaufnahme können auch noch „Wärmelecks“ am Haus ausgemacht werden. Das rundet eine komplette Untersuchung ab.

DBU: Das Abnahmeprotokoll hat am Ende der Hausbesitzer in der Hand. Was sollte darin enthalten sein?
Fanslau-Görlitz: In jedem Fall alle wichtigen Daten zum Objekt wie die Adresse, die beteiligten Gewerke, der Tag der Abnahme, die Auftraggeber und Auftragnehmer. Auch die Teilnehmer, die an der Abnahme beteiligt waren, sollten nicht vergessen werden. Die festgestellten Mängel sollten dann durch den Sachverständigen dokumentiert werden.

DBU: Sollten sich bei der Bauabnahme Mängel am Bau herausstellen, was kann der Hauseigner tun?
Fanslau-Görlitz: Gemäß dem geltenden Werksvertragsrecht sind Planer und Bauausführende verpflichtet, ein mängelfreies Werk zu erstellen und entsprechend den anerkannten Regeln der Technik sowie auf Grundlage der vertraglichen Vereinbarungen zu planen und zu bauen. Das heißt, laut Gesetz schulden die Auftragnehmer den Bestellern die erfolgreiche Sanierung. Sind nun bei der Bauabnahme Mängel festgestellt worden, so sollte das zwingend im Abnahmeprotokoll aufgenommen und eine so genannte Mängelrüge ausgesprochen werden. Nun kann der Auftragnehmer aufgefordert werden, die Behebung des Mangels in einer angemessenen Frist zu beheben.

Nach oben | Kontakt | Wegbeschreibung | Impressum & Datenschutz